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Im Huckepack über den Main
Abwasserverband saniert Druckleitung
unter der Klingenberger Brücke
Nahezu unbemerkt von der Mehrzahl der
Verkehrsteilnehmer, die die Brücke zwischen Klingenberg und Trennfurt
täglich unter- oder überqueren, werden in Ver- und Entsorgungsleitungen
öffentlicher Betriebe, die unter der Brücke hängen, auch Wasser,
Abwasser, Nachrichten und Energie von der einen auf die andere Mainseite
transportiert.
Auch der Abwasserverband Main-Mömling-Elsava
betreibt seit nahezu 30 Jahren eine solche Leitung. Abwasser wird
in Klingenberg in einem Becken gesammelt und von dort durch die
unter der Mainbrücke hängende Druckleitung in den weiterführenden
Sammler nach Trennfurt gepumpt.
30 Jahre gehen an so einer Leitung nicht
spurlos vorüber. Eine Druckprüfung und die optische Inspektion der
Leitung im Jahr 2000 zeigten, dass in den Rohren aus Guss zwischenzeitlich
die Zementmörtelauskleidung stark abgerieben war.
Um das weitere Fortschreiten des Abriebs,
und, als Folge daraus, das Durchrosten der Leitung zu verhindern,
hat sich der Abwasserverband auf Vorschlag unseres Büros dazu entschieden
die Leitung durch Einziehen eines Kunststoffrohres von innen zu
schützen und so wieder stabile Verhältnisse herzustellen.
Die von uns, vorgeschlagene Lösung verbindet
Wirtschaftlichkeit und technische Raffinesse gleichermaßen.
Es wurde ein Close-fit-Relining projektiert
und ausgeschrieben. Das bedeutet, dass ein werkseitig unter Temperatur
und Druck zu einem "U" verformtes HDPE-Rohr in das bestehende Rohr
eingezogen wurde. Druck- und Temperaturbeaufschlagung setzen in
solchen Fällen den sogenannten Memory-Effekt des Kunststoffes in
Funktion. Das verformte Rohr "erinnert" sich, dass es ursprünglich
einmal ein rundes Rohr war und nimmt die alte Form wieder an.
Nach Abschluss der Rückverformung ist
in der bestehenden Gussrohrleitung ein neues Kunststoffrohr entstanden.
Material- und Wandstärke sind so gewählt, dass das innere, das neue
Rohr die Funktion der Druckleitung komplett übernehmen kann. Das
äußere, alte Gussrohr bleibt erhalten und dient zur Sicherheit gegen
äußere mechanische Belastungen. Die gesamte Maßnahme konnte ohne
Einwirkung auf den Verkehr auf und unter der Brücke ablaufen.
Mit der Ausführung war die Mainaschaffer
Niederlassung der Firma Diringer & Scheidel Rohrsanierungs- GmbH&CO
KG aus Mannheim beauftragt. Die Kosten der Maßnahme waren mit rund
95.000,- DM weit geringer als die ursprünglich erwarteten Baukosten
von 220.000,- DM. Die Arbeiten konnten in weniger als einer Woche
abgewickelt werden.
Es ist anzunehmen, dass die Haltbarkeit
der nun renovierten Leitung größer ist, als die Resthaltbarkeit
der Brücke sein wird, an der sie nun schon seit über 30 Jahren hängt.
Geplanter "Störfall" in der Kläranlage
In der Gemeinde Sensbachtal wurde
die Kläranlage gereinigt
Unbemerkt von der Mehrzahl der
Einwohner der Gemeinde Sensbachtal, nach intensiver planerischer
und logistischer Vorbereitung durch unser Büro, mit tatkräftiger
Unterstützung des Betreibers, wurde Ende des Jahres 2001 die Tropfkörperanlage
in Sensbachtal für etwa eine Woche außer Betrieb genommen, vollständig
entleert und gereinigt.
Notwendig war diese Aktion geworden,
weil im Laufe der vielen Jahre, die die Kläranlage in Betrieb ist,
mit dem Abwasser Sand und Erdmaterial eingetragen wurde. Der trichterförmige
Bauteil unter der Anlage war nahezu vollständig mit Sand und Schlamm
gefüllt. Dadurch waren manche Funktionen der Anlage nur noch eingeschränkt
möglich. Weil die Umwälzung des Schlamms und dessen Entnahme über
das Steigrohr zur Schlammentnahme nicht mehr funktionierte, musste
in der letzten Zeit der Klärschlamm mit Saugfahrzeugen direkt aus
dem Schlammtrichter entnommen werden.
Nach vielen vorbereitenden Gesprächen
mit den zuständigen Dienststellen, der Wasserbehörde beim Landratsamt
in Erbach und der OWAS als überwachender Institution, sowie den
zur Durchführung vorgesehenen Fachfirmen wurde der, im Antrag auf
Störfallerlaubnis von Seiten der Wasserbehörde zugestimmt.
Grundvoraussetzung war, dass das
im Trockenwetterabfluss ankommende Abwasser auf die Dauer der Maßnahme
so vorbehandelt werden musste, dass das in den Vorfluter Sensbach
abgegebene Wasser in keinem Fall schlechtere Werte aufweisen durfte,
als dies im Normalbetrieb im Auslauf der Kläranlage zugelassen ist.
Dazu wurde eine mobile Kläranlage
der Firma Aqualution in der Größe eines Containers (7,00mx2,45mx2,90m)
in Einsatz gebracht. Der normale mittlere Trockenwetterabfluss aus
Sensbachtal beträgt etwa 90 bis 100m³ je Tag. Mit der Anlage, die
mit modernster Reinigungstechnik ausgestattet ist, war es möglich
im Mittel 4 bis 5 m³ Abwasser zu reinigen. Damit war der Trockenwetterabfluss
gesichert. Nach einer Woche Vorlauf, in der die mobile Anlage im
"Bypass-Betrieb" lief, d.h. das über die Anlage laufende Wasser
wurde zur Sicherheit nochmals in den Kreislauf des Tropfkörpers
eingeleitet, konnten die erforderlichen Werte für BSB und CSB erreicht
werden. Der Tropfkörper konnte außer Betrieb genommen werden. Die
eigentliche Reinigungsarbeit begann.
Unter Einsatz der Firma JobLuft
mit ihrem Spezialfahrzeug und bis zu drei weiteren Saugfahrzeugen
wurde das im Trichter des Tropfkörpers lagernde Sand- und Schlammgemisch
abgesaugt und zur weiteren Behandlung zur Kläranlage in Eberbach
abgefahren. Zum Teil musste das festsitzende Material von Hand mit
Hochdruckreinigungslanzen gelöst und saugfähig gemacht werden.
Fast fünf Arbeitstage waren notwendig,
um das Reinigungsziel zu erreichen. Die Anlage war leer und sauber,
alle Funktionen waren wieder betriebsbereit. Die Tropfkörperanlage
konnte wieder in Betrieb gehen. Das Ziel war erreicht.
Zum Glück hat die Wetterprognose
gestimmt. Damit ist es bei dem geplanten, durchorganisierten und
deshalb auch beherrschbaren "Störfall" geblieben.
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